
Tipp des Tages
Leistungskiller enttarnen und entfernen
Die größte Leistungsbremse bei PCs sind Programme, die im Hintergrund rummachen und Rechenleistung verplempern. Dass ein Antivirus-Programm im Hintergrund arbeiten muss, ist natürlich akzeptabel. Aber ist es wirklich nötig, dass beispielsweise die Software einer Digitalkamera im MILLISEKUNDEN-Takt abfrägt, ob die Kamera per USB angeschlossen wurde? Ist es nötig, dass eine TV-Karte pausenlos Rechenzeit verbrutzelt, um zu prüfen, ob eine Taste der Fernbedienung gedrückt wurde und die TV-Software gestartet werden soll?
Besonders tückisch sind im Hintergrund laufende Programme, die so wenig Rechenleistung und das jeweils so kurzfristig verbraten, dass der Windows-Task-Manager ihnen 0 Prozent CPU-Belastung bescheinigt. Das ist natürlich falsch - jedes Programm, das im Hintergrund rummacht, kostet Leistung. Und die Zahl der heimlichen Leistungsfresser wächst unermüdlich.
Jedes Tool, jeder Treiber, überhaupt jede Software kann bei der Installation im Blödfall irgendein Hintergrundprogramm installieren. Und da viele Hersteller zu blöd sind, eine vernünftige Deinstallationsroutine zu schreiben, verbleiben oft auch nach Entfernen einer Hardware oder Software Trümmer im System zurück, die im Hintergrund rummachen.
Wenn du einen fitten PC willst, der nicht durch solchen Müll gebremst wird, dann mach folgendes:
Freeware-Tool FileMonitor: Downzuloaden bei http://www.sysinternals.com.
HINWEIS: Inzwischen hat Microsoft Sysinternals übernommen. Der Link Sysinternals.com führt daher ins Microsoft Technet. Der "Filemonitor" ist dort jetzt mit Bezeichnung "Filemon" erhältlich.
Die Jagd nach Leistungskillern ist mit dem FileMonitor simpel. Am besten Windows erst mal neu starten, um eine halbwegs klare Ausgangsbasis zu haben. Nach der Startphase sollten nur unbedingt nötige Programme im Hintergrund laufen. Dazu wird der FileMonitor angeworfen. Nach Start "rasselt" eine Liste durch, in der angezeigt wird, welches Ding gerade was macht. Führt ein Programm extrem viele "Operationen" aus, taucht also ständig in der Liste auf, dann ist das ein Alarmzeichen. Im Bild ist beispielsweise der Prozess "avguard.exe" zu sehen - das ist der Virenscanner im Hintergrund, also kein Problem.
Es empfiehlt sich, den FileMonitor mal eine Weile nebenbei laufen zu lassen - dabei zeigen sich meist erstaunliche Dinge. Ein typischer Fall ist beispielsweise eine Software, die man startet, nutzt und dann in die Taskleiste verkleinert, damit sie schnell wieder hergeholt werden kann und nicht jedes mal neu gestartet werden muss. Die wenigsten denken dran, dass auch so eine Software, die gerade geladen ist, aber nicht verwendet wird, im Hintergrund Leistung verbraten kann. Im Bild oben ist der Eintrag "Iedit.exe" zu sehen. Das ist das Photoimpact-Malprogramm von ULead. Ich hab das Ding meistens pausenlos im Taskbar minimiert aktiv, um Bilder schnell bearbeiten zu können. Dummerweise bescheinigte der FileMonitor, dass Photoimpact im Hintergrund wie verrückt rummacht - auch dann, wenn es gerade nicht genutzt wird. Was bitte macht ein gerade ungenutztes Malprogramm im Hintergrund?
Noch ein typischer heimlicher Leistungsfresser: Hier zeigt der FileMonitor, dass alle 5 Sekunden ein Ding namens TTTimer.exe im Hintergrund rummacht.
Im Fall von TTTimer handelt es sich um ein Hilfsprogramm einer TV-Karte, mit dem sich Aufnahmen programmieren lassen. So ein Ding muss natürlich im Hintergrund die Zeit abchecken, wenn Aufnahmen programmiert sind. Ist keine Aufnahme programmiert, dann macht es halt sinnlos rum.